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Lehr- und Forschungsgebiet Digital- und Offsetdruck
für das Forschungsfeld Druck- und Medientechnologie


Prof. Dr.- Ing. Ulrich Jung

Digitale Druckverfahren

Studiengang: Bachelor DMT

(9) P-Modul: Drucktechnik II

 

Inhalte:

  • Technologie- u. Marketingkonzepte
  • Hybrid-Technologien
  • Einsatzgebiete digitaler Druckverfahren
  • Systemkomponenten von Print-on-Demand u. Book-on-Demand
  • Individualisierter Druck aus Datenbanken
  • Spezifikation von Qualitätsparametern zur Strich/Text- u. Bildwiedergabe
  • Umweltaspekte digitaler Druckverfahren

 

Digitale Druckverfahren

Seit dem Markteinstieg der ersten Digitaldruckmaschinen für das graphische Gewerbe haben die zugrunde liegenden jungen Digitaldruckverfahren eine zum Teil stürmische Entwicklung hinter sich gebracht. Zunächst noch belächelt weisen  die heutigen Maschinen eine Produktreife auf, dass sie echte Alternativen für das graphische Gewerbe wurden.

Die Trends zur flexiblen Anpassung an kleine aber klar spezifizierte Kundengruppen und kurze Reaktionszeiten auf Märkte führen zu immer kleiner werdenden Auflagen. Diese kleine Auflagen  werden zunehmend mit den flexiblen Digitaldruckverfahren erfolgreich bedient.

Die Digitaldruckverfahren sind dabei keineswegs eine geschlossene Gruppe, sie sind vielmehr eine Klasse von Verfahren, die gemein haben, zur Erzeugung von gedruckter Information keine permanente Druckform zu verwenden

Unter den vielfältigen Verfahrensarten stellen die elektrofotografische Verfahren heute die Majorität von über 90% der Anwendungen dar. Das Ink Jet Verfahren ist als zweite Alternative zu nennen, mit deutlicher geringer Verbreitung aber den wahrscheinlich stärksten Wachstumsaussichten

Die Definition von verbindlichen idealerweise standardisierten Qualitätskriterien ist bisher nicht gelungen. Die Verfahren werden aber nicht auf der „grünen Wiese“ alleinstehend eingesetzt, sondern sie sind konfrontiert mit dem Stand der Technik, der vielfach durch den dominierenden Offsetdruck vorgegeben sind.

Die Kriterien beziehen sich zunächst auf reinen Vorgaben zur Qualität des Druckbildes. Allerdings ist zu erkennen, dass neue Kriterien hinzukommen in dem Maße wie die Anwendungsbreite wächst.

Neue Anforderungen entstehen wie:

  • Vielfalt der einsatzbaren Bedruckstoffe, wie gestrichene Papiere, Folien oder Metalle
  • Veredelungstechniken wie Lackieren und Kaschieren
  • Weiterverarbeitung, Falzen, Kleben, etc.

Die eingesetzten Farbsysteme zeigen eine stark differente Wechselwirkung mit den Bedruckstoffen. Die Bandbreite von aufgeschmolzenen Trockentoner bis zur niedrig viskosen Ink-Jet-Tinte können per se kein einheitliches Verhalten erwarten lassen.

Vielmehr ergeben sich ständig neue Herausforderungen bei der Erweiterung der Anwendungen, die eine Ingenieurwissenschaftliche Bearbeitung notwendig machen.

Systematische Ermittlung der wesentlichen Einflussparameter und die Entwicklung von geeigneten Messverfahren zur Quantifizierung der Qualität sind folglich Ziel der Arbeiten im Fachgebiet.